Teil 4:
Der Firmensitz

Von der Unternehmensgründung 1924 bis mindestens zum Jahr 1931 lautete Emil Broch’s Firmenadresse „Hübben 17“ in Höhscheid bzw. Solingen-Merscheid. Im Adressbuch von 1931 wurde auch der Telefonanschluss des Unternehmens genannt: 2 3650, wobei die 2 für das Amt Solingen stand. Diese Nummer wurde auch beibehalten, als die Firma Anfang bis Mitte der 30-er Jahre in das Haus „Mangenberger Straße 302“ umzog. (Erst hier wird übrigens auch Willy Broch als Miteigentümer genannt.) Die neue Firmenunterkunft war gerade einmal 100 Meter Luftlinie von dem alten Haus entfernt, bot aber vermutlich größere Räumlichkeiten und eine prominentere Adresse, denn auf der Mangenberger Straße waren schon damals namhafte Messer-Firmen wie C. Jul. Herbertz ansässig.

Wie lange dieses Haus der Firmensitz der Emil Broch Stahlwarenfabrik blieb, konnte noch nicht genau bestimmt werden, da in der Zeit des zweiten Weltkriegs keine Adressbücher von Solingen veröffentlicht wurden. So taucht die Firmenadresse an der Mangenberger Straße letztmals im Adressbuch von 1938 auf. Ab dem Beginn des 2. Weltkrieges verliert sich die Spur der Firma für knapp 10 Jahre.

Nach dem Krieg

Im nächsten Adressbuch von 1948/49 findet sich der bislang einzige bekannte Firmeneintrag, der einer kleinen Werbeanzeige gleichkommt. Der Text unter der Rubrik Rasiermesser-Herstellung lautet wie folgt:

Broch, Emil
Stahlwarenfabrik und Export
Rasiermesser in nur bester Qualität
Solingen-Weyer, Postfach 41
Tel. 3 32 91

Eine konkrete Adresse wird hier zwar nicht angegeben, aber im Adressbuch von 1953 wird die Angabe komplettiert: Die dritte und letzte belegte Firmenadresse lautet „Häuschen 5“ in Solingen-Weyer. Als Inhaber der Firma wird 1953 zum ersten Mal nur Willy Broch genannt, denn Emil Broch war zwischenzeitlich verstorben.* Seine Frau Martha wird jedoch noch im Adressbuch von 1953 als Witwe unter der Adresse des alten Firmensitzes an der Mangenberger Straße aufgeführt.

An der Adresse „Häuschen 5“ wird das Unternehmen letztmals im Adressbuch von 1961 genannt. In den folgenden Jahrbänden findet man unter dieser Adresse zunächst noch den Kaufmann Willy Broch und schließlich nur noch Willy Broch als Privatperson. Außerdem ist unter dieser Adresse Willys Frau Elfriede Broch-Ehlenbeck und (in den 50-er Jahren) deren Vater Friedrich Ehlenbeck zu finden, der seinerseits einer der Firmengründer der Solinger Spedition Ehlenbeck war.

Der letzte Eintrag für Willy Broch ist im Buch von 1978 zu finden. Willy Broch starb ein Jahr später.


* Ob es sich hierbei um einen Kriegstod oder einen Tod mit natürlicher Ursache handelt, ist bisher nicht bekannt. In jedem Fall wurde Emil 1892 gemustert und für tauglich befunden. Er wurde im ersten Weltkrieg jedoch nicht für den Kriegsdienst eingezogen, da sein Vater zu diesem Zeitpunkt laut Musterungsunterlagen “altersschwach und auf einem Auge blind” war und von Emil gepflegt werden musste. Da Emil zu Beginn des 2. Weltkriegs bereits 67 Jahre alt war, hat er dort vermutlich auch nicht gedient.